Selbst Kaiser witterten das große Geschäft!

Die Geschichte der Zeitungs-Anzeige.

Ein selbst verfasster Aufsatz - geschrieben nach eigenen Recherchen...

Was verbirgt sich hinter folgender Definition, die der Zeitungswissenschaftler Emil Dovifat geprägt hat? „Bekanntmachungen, die sichtbar dem Interesse der Bekanntmachenden dienen und daher meist bezahlt werden“. Die Antwort ist nicht schwer. Es handelt sich um die Anzeige, von der heute ein ganzer Wirtschaftszweig lebt. Doch wer hätte gedacht, dass bereits im Altertum die Ursprünge des Bekanntmachens liegen? Eine Reise in die Geschichte soll Klarheit verschaffen.

Wieder einmal waren die alten Griechen die ersten: Mit ihren behördlichen Bekanntmachungen - in Stein gehauen - machten die “Stadtväter die Bevölkerung auf wichtige Veränderungen im Finanz- oder Rechtswesen aufmerksam. Der eigentliche Anfang kam aber erst mit der genialen Erfindung des Drucks mit beweglichen Lettern durch Gutenberg (1440). In der Folgezeit wurde das Ankündigungswesen ständig ausgebaut. Erste Flugblätter aus dieser Zeit kamen zumindest inhaltlich Wirtschaftswerbenden Anzeigen gleich. Die nächsten Meilensteine auf dem Weg zum heutigen Pressewesen waren die berühmten „Fuggerzeitungen“, die ab etwa dem Jahr 1560 alle Nachrichten sammelten, die in den Augsburger Handelskontor einlieferten. Darin gab es Bezugsquellennachweise, „Wo und wie alle Dinge jetzt zu kaufen sind“.

Das eigentliche Zeitungsdrucken kam annähernd gleichzeitig in Europa auf. In den “Blättern europäischer Großstädte waren Anzeigen noch sehr selten. Das änderte sich erst im 17. Jahrhundert, als gerade in Hamburger Zeitungen außer Ankündigungen von Kleinschriften und Büchern, auch Lotterieanzeigen, Anpreisungen von Medikamenten, Suchanzeigen und

Stellengesuche auftauchten. Von den Franzosen und Engländern lernten die. Deutschen, das Anzeigenwesen als Finanzquelle zu nutzen. Doch so einfach ließ sich die Idee für nicht alle Publikationen umsetzen. Denn Kaiser Friedrich-Wilhelm I. witterte das große Geschäft und verfügte ein staatliches Anzeigenmonopol (1727). Demnach waren Annoncen nur in „lntelligenzblättern“ erlaubt, die meist im Auftrag von der Stadt- oder Gemeindeverwaltung herausgegeben wurden. Hier herrschte ein regelrechter Insertionszwang: Um diese lukrative staatliche Einnahmequelle zu sichern, wurde den übrigen Zeitungen die Anzeigenannahme verboten. Teilweise wurde sogar der Zwangsbezug dieser Blätter angeordnet, um die Verbreitung zu fördern. Die Vorläufer unserer heutigen Anzeigenblätter waren geboren.

Der Boom der Anzeige hielt auch weiter an. 1732 erschien in Frankfurt die erste Heiratsanzeige, die „Vossische Zeitung“ veröffentlichte 1754 die ersten Handelsanzeigen für Wein, Bier oder Tuche. Wenige Jahre später kamen auch Anzeigen zur Ankündigungen von Veranstaltungen dazu.

Eine werbliche Aufmachung fehlte diesen Annoncen. Allenfalls trennte eine dünne Linie Werbung und redaktionellen Text. Ab 1781 hielten verschiedene Schriftgrade Einzug, 1820 kam der erste Rahmen, und 1827 erschien die erste Illustration: eine Hand, die ein Schild hält. Die Nachfrage nach Anzeigenraum blühte.

Doch das kniffligste Problem war der Satz. Über 200 erfolglose Erfindungen von Satzmaschinen im 19 Jahrhundert sind ein deutliches Zeichen. Die faszinierende, aber hoffnungslos komplizierte Apparatur eines Mr. Paige stürzte Mark Twain in den Ruin. Gelöst wurde das Problem 1886 von dem Württemberger Ottmar Mergentaler, als er die erste Linotype-Maschine bei der „New York Tribune” in. Betrieb setzte. Dieser „Eiserne Kollege“ wird über eine schreibmaschinenähnliche Tastatur bedient, die zirkulierende Matrizen aus einem oben befindlichen Magazin löst. Die Buchstaben werden so zu einer Zeile zusammengestellt, die später als Ganzes gegossen werden kann" und mit denen sich leichter hantieren lässt als mit einzelnen Lettern. Ein .riesiger Fortschritt, wenn man gedenkt, dass der Handsetzer nur 2000 Zeichen pro Stunde setzen konnte. Mithilfe der Linotype waren 6000 Zeichen pro Stunde möglich.

Diese Setzmaschinen ließen sich nur noch auf eine Weise beschleunigen. Indem der Text auf Perforationen in Lochstreifen gestanzt wird, die von der Gießmaschine gelesen werden kann. Doch damit war die Bleitechnik endgültig an ihre Schallmauer gelangt.

Trotzdem ließen die Werbungstreibenden nicht davon ab, immer mehr Anzeigen zu schalten. Nachdem 1848 die Pressefreiheit eingeführt worden war, gründeten sich nach dieser Zeit sehr viele Zeitungen. Bis zu Beginn des Ersten Weltkrieges explodierte der Werbemarkt geradezu. In dieser Zeit veränderte sich auch der Stil des typischen, Anzeigenblattes durch das Aufkommen der Markenartikelwerbung. Einen Einbruch brachte allerdings der Erste Weltkrieg. Von nun an ging es bergab, bis der Zweite Weltkrieg das Anzeigenwesen nahezu ganz zum Erliegen brachte.

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